Dr. Valentin Friedmann – neuer ärztlicher Kollege zur Weiterbetreuung bei ME/CFS und Long COVID stellt sich vor
- Dr. med. Valentin Friedmann

- 18. Feb.
- 3 Min. Lesezeit

Mein Name ist Valentin Friedmann, ich bin Arzt und arbeite zukünftig in enger Zusammenarbeit mit Frau Dr. Schultheiß. Im Rahmen dieser Kooperation übernehme ich Patientinnen und Patienten aus ihrer Praxis zur weiteren honorarärztlichen Betreuung. Die Behandlung erfolgt in enger Abstimmung und unter ihrer Supervision.
Mein ärztlicher Schwerpunkt liegt in der Begleitung von Menschen mit ME/CFS, Long COVID und chronischen Erschöpfungszuständen. Dabei verbinde ich eine schulmedizinisch Herangehensweise mit Kenntnissen des autonome Nervensystem, Belastungsregulation und individuelle Bewältigungsstrategien. Klinische Erfahrung bringe ich sowohl aus der Inneren Medizin als auch aus der Orthopädie mit.
Meine persönliche Krankheitsgeschichte
Mein Weg in die Medizin war nicht geradlinig. Ursprünglich habe ich Finanzwissenschaften studiert und mehrere Jahre als Politikberater gearbeitet. Bereits in dieser Zeit entwickelte ich Symptome einer ausgeprägten körperlichen und mentalen Erschöpfung, begleitet von Brain Fog und massiven Durchschlafstörungen. Über Jahre hinweg wachte ich nachts regelmäßig zwischen zwei und vier Uhr auf und fand kaum noch erholsamen Schlaf. Tagsüber funktionierte ich nach außen, fühlte mich innerlich jedoch dauerhaft erschöpft und eingeschränkt.
Wie viele Betroffene versuchte ich zunächst, dem Zustand mit mehr Disziplin zu begegnen. Ich trieb Sport, optimierte meine Ernährung und versuchte, mich durch Leistung zu stabilisieren. Erschöpfung versteckte ich hinter meinem erhöhtem Kaffeekonsum. Verbesserung erreichte ich dadurch nicht. Medizinische Untersuchungen beim Hausarzt blieben weitgehend unauffällig, meine Beschwerden wurden nicht selten psychologisiert. Antidepressiva wurden mir zwar verschrieben, jedoch nahm ich sie nicht ein, da ich mich nicht depressiv fühlte. Diese Phase war geprägt von Unsicherheit, Zweifel und dem Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.
Mit Mitte zwanzig entschied ich mich, Medizin zu studieren. Einerseits aus einem lange bestehenden Wunsch heraus, andererseits in der Hoffnung, meine eigene Situation besser verstehen zu können. Das Studium bot mir Struktur und Sinn, war aber weiterhin von wechselnden Phasen relativer Stabilität und deutlicher Einbrüche begleitet.
Der Wendepunkt kommt erst mit Verständnis
Ende 2022, nach dem Staatsexamen, kam es zu einem schweren Erschöpfungseinbruch. Über Wochen war ich kaum belastbar, kognitiv deutlich eingeschränkt und stark auf Ruhe angewiesen. In dieser Zeit begann ich, soweit es mein Zustand zuließ, intensiv zu recherchieren. Neben Fachliteratur und Leitlinien beschäftigte ich mich auch mit internationalen Erfahrungen anderer Betroffener.
Dabei wurde mir zunehmend klar, dass Erkrankungen wie ME/CFS nicht durch „mehr Anstrengung“ gebessert werden, sondern durch ein besseres Verständnis der zugrundeliegenden Mechanismen, Belastungsgrenzen und begleitenden Faktoren. In meinem Fall spielte unter anderem eine Mastzellaktivierung (MCAS) eine wichtige Rolle, die lange unentdeckt geblieben war.
Ein entscheidender Wendepunkt war außerdem die gezielte medikamentöse Therapie. Unterschiedliche Medikamente, sorgfältig eingesetzt und individuell angepasst, haben mir wesentlich geholfen, überhaupt wieder Stabilität zu erreichen. Ohne diese Unterstützung wäre mein weiterer Weg so nicht möglich gewesen. Diese Erfahrung prägt bis heute meinen ärztlichen Blick auf komplexe Erschöpfungserkrankungen.
Heute spielt Erschöpfung in meinem Alltag nur noch eine untergeordnete Rolle. Wir haben inzwischen eine 4-jährige Tochter und erwarten dieses Jahr unser zweites Kind. Mein Leben ist ruhiger, strukturierter und bewusster geworden und ich kann beruflich wieder einer Vollzeitstelle nachgehen.
Mein Verständnis der Erkrankung und meine gesammelten Erkenntnisse möchte ich jetzt als Arzt weitergeben.
Meine Rolle in der Zusammenarbeit mit Frau Dr. Schultheiß
In der Zusammenarbeit mit Frau Dr. Schultheiß begleite ich Patientinnen und Patienten ärztlich weiter. Ich beantworte offene Fragen, helfe bei der Einordnung von Symptomen und übernehme im Verlauf die Feinjustierung der medikamentösen Therapie. Die Betreuung erfolgt eng abgestimmt mit Frau Dr. Schultheiß, transparent und fachlich verantwortungsvoll.
Mir ist wichtig, Menschen nicht nur als medizinische Fälle zu sehen, sondern als Personen mit eigener Geschichte, individuellen Grenzen und einem berechtigten Wunsch nach Orientierung. Diese Herangehensweise halte ich insbesondere deshalb für wichtig, weil die meisten Betroffenen eine lange schulmedizinische Reise mit vielen ärztlichen Vorstellungen und einem langen Zeitraum der Unklarheit hinter sich haben. Gleichzeitig arbeite ich klar evidenzbasiert, ohne falsche Versprechen und mit Respekt vor der Komplexität dieser Erkrankungen.Grundlage meiner Arbeit ist eine Kommunikation auf Augenhöhe, in der alle Fragen erlaubt sind und Unsicherheit Platz haben darf.
Ich bin überzeugt, dass Besserung möglich ist. Sie verläuft selten geradlinig und entsteht oft durch ein tieferes Verstehen der eigenen Situation.
Weitere Informationen zu meiner Arbeit sowie gelegentliche Blogartikel zu ME/CFS, Long-COVID und verwandten Themen finden Sie auf meiner Website: www.dr-valentin-friedmann.de



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